Aktuelles

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Internationale Tagung:

Rhythmus, Zeit, Form – Ein Konzept der Künste und ihrer Wissenschaften und seine temporalen und kulturellen Implikationen

Die internationale Tagung am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld (26.-28.09.2018) befasst sich mit der Denkfigur des Rhythmus in der Ästhetik, Literatur und bildenden Kunst um 1900. Die Rede vom Rhythmus wurde zu dieser Zeit geprägt, um die leibliche Verankerung von Wahrnehmung und ästhetischer Erfahrung gegenüber einem sinnzentrierten Kunstverständnis zu betonen sowie empirisch und physiologisch zu begründen. Davon ausgehend, fragt die Arbeitsgemeinschaft im Gegenzug zu einer eher ästhetikgeschichtlichen Forschung gezielt, welche zeitliche Dimension der Rhythmusbegriff für die jeweilige Darstellung und ihre Rezeption impliziert und welche kulturellen – auch außereuropäischen – Konzeptionen von Zeitlichkeit um 1900 der Rede von Rhythmen zugrunde liegen. Untersucht wird zudem, warum sich Rhythmus als Grundbegriff der Ästhetik nach 1900 nicht hat durchsetzen können und schließlich welche Potentiale die Rede vom Rhythmus in aktuellen Debatten wie der Frage nach Präsenz-Effekten oder nach der rezeptionsästhetischen Spezifizität der Bild- und Texterfahrung ausspielen könnte. 

filemanager/u/brg/Cover_neu.jpgNeu erschienen: 

Vorgriffe auf das schöne Leben. Weimarer Klassik und Pariser Mode um 1800

Wallstein Verlag 2019 (Reihe »Ästhetik um 1800«, 583 S.)

Goethe war nie in Paris. Mehr noch, die Kultur der im späten 18. Jahrhundert tonangebenden französischen Metropole scheint am klassischen Weimar insgesamt vorbeigegangen zu sein: Die Klassiker, so schien es bislang, bezogen ihre literarische Inspiration und künstlerische Bildung in erster Linie aus dem ‚antiken’ Süden, etwa Rom. Mit dieser Vorstellung aber, so zeigt diese Studie, ist das Bild der Weimarer Klassik unvollständig. Vielmehr wurde im beginnenden urbanen Zeitalter das Pariser Leben nirgendwo so akribisch als ästhetisches Phänomen studiert wie im klassischen Weimar, fast leidenschaftlich stilisiert man sich als Gegenpol zur Großstadt. Doch dass eine kategorische Abwehr der Pariser Populärkultur – Mode, Konsum, Kunst fürs Publikum – nicht die Antwort auf die längst greifbaren epochalen Veränderungen der Kultur sein konnte, stand auch und gerade Goethe schon früh deutlich vor Augen. Die Studie zeichnet daher nicht nur das deutsche Paris-Bild um 1800 am Weimarer Beispiel nach. Sie deckt auf, dass der abwehrende wie faszinierte Einblick in das Dazwischen von Kunst und Konsum die geheime Triebfeder ist, mit deren Wirkung sich vom Werther-Roman bis zu Faust II Goethes Begriff des Schönen in seiner bis heute gültigen Gestalt erst entfalten konnte. 

filemanager/u/brg/3272_0_Aeu18_Gibhardt_Sinnbild_AK_SG_7cm_NEU.jpgNeu erschienen: 

 Nachtseite des Sinnbilds. Die romantische Allegorie

 Wallstein Verlag 2018 (Reihe »Ästhetik um 1800«, 210 S.)

Die Allegorie ist in vielerlei Hinsicht das Herzstück der romantischen Kunsttheorie. Die Romantiker entdecken in der tradierten rhetorischen Figur der Allegorie ein neues Potential, um die Relation von Zeichen und Bedeutung auf eine neue Grundlage zu stellen. Der klassische enge Zeichenmodus der Allegorie, dem zufolge im gegenständlich Vorgestellten ein konzeptuell Gemeintes zu lesen ist, wird in der Romantik unterlaufen, und doch wird offensiv an der Tradition des allegorischen Bedeutens festgehalten. Die Deutungsansätze hierzu divergieren bislang. Es wurde ebenso argumentiert, dass Romantiker damit auch den Anspruch universalen Bedeutens fortführen, wie auch, dass sie im Gegenteil die Produktion von Sinn einem Spiel selbstbezüglicher Formen ohne verbindliche Bedeutung anheimgeben. Das vorliegende Buch schlägt eine andere Lösung vor: Es profiliert die der Allegorie inhärente Temporalität. Die im allegorischen Modus zeitlich artikulierten Widerspruchserfahrungen zwischen Zeichen und Bedeutung können ein zentriertes Zulaufen des Dargestellten auf den einenSinn verhindern und mittels der Temporalität dieses Prozessierens dennoch Einsichten vermitteln. Mit dem Fokus auf Zeit und Darstellung adressiert das Buch Grundfragen der Romantik und schlägt eine Brücke zur Theorie der Allegorie in der Moderne. 

Regards Croisés. Deutsch-französische Zeitschrift für Kunstgeschichte und Ästhetik 

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Neue Ausgabe von Regards Croisés ist erschienen: 

Nr. 8 »KUNSTKRITIK / CRITIQUE D'ART« 

Hrsg. v. C. Blümle, M. Castor, A.-C. Drews, B.R. Gibhardt, M. Gispert, J. Grave, J. Ramos, M. v. Vliet.

Mehr Informationen unter https://www.revue-regards-croises.org

 
 

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Marcel Proust et les Arts décoratifs. Poétique, matérialité, histoire


(Hg., mit Julie Ramos), Paris: Classiques Garnier 2013 (284 S.)

Tout au long d'Àla recherche du temps perdu, les objets occupent une place importante d'un point de vue esthétique et dans les descriptions faites par Marcel Proust, de sorte que l'on peut y trouver et analyser les éléments d'une histoire du goût, de la mode et du décoratif au tournant des XIXe et XXe siècles. Regroupés sous l'appellation d'arts décoratifs, d'arts industriels ou encore d'art social, ces objets constituent ‒ qu'on les rattache au japonisme, au collectionnisme, à l'Art nouveau ou à la haute couture ‒, autant d'arts « de salon », que le romancier aborde d'une manière singulière. En faisant dialoguer l'histoire de l'art et l'histoire de la littérature, cet ouvrage interroge l'objet matériel dans toutes ses potentialités, qu'il s'agisse de sa fonction sociale ou de l'imaginaire individuel et collectif qu'il révèle.

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Das Auge der Sprache. Ornament und Lineatur bei Marcel Proust

Berlin-München-Paris: Deutscher Kunstverlag 2011 (Reihe Passagen/Passages, Bd. 40, 362 S.).

Marcel Proust ist nicht nur ein Denker der Erinnerung, sondern auch ein Dichter der Wahrnehmung. Dieses schreibende Sehen gipfelt, so der Ansatz dieser transdisziplinären Studie, in der Beschreibung von Ornamenten und Lineaturen. »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« birgt als Roman eine ganze Kunstgeschichte. Aus der Kunstkritik und John Ruskin-Lektüre hervorgehend, wird diese für die dichterische Sprache als einem visuell geschulten, immer sensibleren Organ der Wahrnehmung aber inszeniert und arrangiert: durch das Ornament, das, zwischen Zeichen und Bezeichnetem vermittelnd, eine neue Ordnung des Schreibens und Sehens hervorbringt. Selbstbeobachtung von Wahrnehmung, physiognomisches Rätselbild einer kunstgesättigten Lebenswelt um 1900 und Symbolfigur eines modernen unendlichen Schreibens in diesem ornamentalen Blick, im Auge der Sprache, gelingt es Prousts Roman, vielleicht als letztem zwischen Belle Epoque und Moderne, in der Ordnung des Schönen die unabschließbare Wahrnehmung zu bannen.

Neues Forschungsprojekt

Bildzeit und Bildrhythmen. Eine kunstwissenschaftliche Denkfigur und ihre rezeptionsästhetischen Implikationen

DFG-Schwerpunktprogramm 1688 „»Ästhetische Eigenzeiten. Zeit und Darstellung in der polychronen Moderne“«. Mehr Informationen zum Projekt auf den Seiten der Universität Bielefeld.

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Inhalte, die Sie hier sehen, sind aktuell.

August 2018.

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      Priv.-Doz. Dr. Boris Roman Gibhardt

Friedrich Schiller-Universität Jena

Seminar für Kunstgeschichte

Frommannsches Anwesen

Fürstengraben 18, 07743 Jena

Freie Universität Berlin

Fakultät für Philosophie und Geisteswissenschaft,

Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

Habelschwerdter Allee 45, 15195 Berlin

mail@boris-roman-gibhardt.de